10 Tipps, wie Sie bessere Stellenanzeigen schreiben

Die Stellenanzeige ist in der Regel der erste Berührungspunkt potenzieller neuer Mitarbeiter*innen mit Ihrem Unternehmen. Quasi das Tinder-Profil in der Jobsuche. Und in beiden zählt der erste Eindruck, den Sie auf die andere Person hinterlassen. Innerhalb weniger Augenblicke muss Ihre Darstellung soweit überzeugen, dass die Ausschreibung gelesen wird. Deshalb ist es natürlich super wichtig, wie eine Stellenanzeige gestaltet ist, damit sie das Unternehmen positiv darstellt und viele Bewerber*innen-Matches an Land zieht. Hier haben wir unsere Top-Tipps zusammengestellt.

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Tipp #1: Logo & wichtige Infos in den Header

Ihr Logo sollte prominent am oberen Rand der Stellenanzeige platziert sein. So wissen die Bewerber*innen, wer da gerade neue Kolleg*innen sucht. Wie ein gutes Buch, sollte auch Ihre Stellenanzeige mit dem Titel beginnen. Dieser gehört ebenfalls nach oben in die Anzeige. Was ist noch interessant? Wahrscheinlich der Standort, ob es sich um eine Voll- oder Teilzeit-Beschäftigung handelt und wann das mögliche Einstiegsdatum ist. All diese Infos sollten prominent platziert sein und den Job-Suchenden ins Auge stechen.

 

Tipp #2: Klare Strukturen helfen beim Lesen

Niemand mag Fließtext. Und gerade wenn Sie online ausschreiben, stoßen Sie wahrscheinlich selten auf die nötige Aufmerksamkeitsspanne für lange Texte. Deshalb empfehlen wir, Stellenanzeigen ganz klar zu strukturieren und Absätze mit aussagekräftigen Überschriften zu markieren. Aufzählungspunkte und fett-markierter Text helfen beim Lesen und führen den Lesefluss an die wichtigen Stellen.

 

Tipp #3: Jobtitel nutzen, die gesucht werden

Anstelle von fancy Stellentiteln empfehlen wir ganz klassische Titel. Auch wenn wir selbst am liebsten Einhörner und Superheldinnen einstellen würden. Das Problem bei diesen Bezeichnungen ist jedoch, dass niemand oder nur wenige danach suchen werden. So ist die Reichweite wahrscheinlich verschwindend gering und ob Sie dabei den passenden Digital Ninja finden, ist dann doch recht unwahrscheinlich. Wir empfehlen daher: Alt bewährt ist gut. Im Anzeigentext können Sie ja trotzdem spezifizieren, dass Sie Rockstars suchen.

Wussten Sie, wie der Algorithmus bei den meisten Jobbörsen funktioniert?

Die meisten Jobbörsen legen die größte Wichtigkeit tatsächlich auf den Stellentitel. Hier sollten Sie den Begriff eingeben, für den Ihre Stellenanzeige gefunden werden soll. Anschließend schauen sich die Jobbörsen den Text der Anzeigen an und stellen so die Relevanz für bestimmte Suchanfragen fest. Keywords oder Verschlagwortung haben entgegen der allgemeinen Auffassung die geringste Wichtigkeit. Falls ein Unternehmen also doch den Digital Ninja sucht und diese Bezeichnung in der ganzen Stellenanzeige durchzieht, in den Keywords dann „Front-End Entwickler“ hinterlegt, wird das zwar berücksichtigt, aber es kann sehr gut passieren, dass die Anzeige erst auf der 138. Suchergebnisseite angezeigt wird. Sie ist also ziemlich unsichtbar.

 

Tipp #4: Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte

In einer Stellenanzeige vermutlich nicht, aber hier können Bilder einen guten Eindruck des Unternehmens, seiner Produkte oder der Dynamik im rekrutierenden Team vermitteln. Stellenanzeigen mit Bildern fallen sogar häufiger ins Auge und sind erfolgreicher als solche ohne. Hier 3 Tipps für die Bildauswahl:

  1. Bilder können Informationen zum Unternehmen vermitteln. Branchenneutrale Bilder haben weniger Einfluss auf die Betrachter*innen der Anzeige.
  2. Verzichten Sie, wenn möglich, auf Gruppenbilder. Bilder mit einer oder wenigen Personen als Eye-Catcher wirken intensiver. Zu viele Köpfe lenken ab.
  3. Positionieren Sie das Bild über dem Text und nutzen Sie die gesamte Breite der Anzeige aus. Bilder rechts oder links vom Text lenken häufig ab.

 

Tipp #5: Menschen lesen quer und picken sich die wichtigsten Dinge heraus

Beim digitalen Leseverhalten spricht man von 3 Stufen: Skimming, Scanning und Reading. Das lässt sich auch auf Stellenanzeigen ganz gut anwenden.

  • Skimming: hierbei sucht das Auge im Text nach Passagen, die hervorstechen. Überschriften, Aufzählungen oder fett markierte Wörter beispielsweise. Befriedigen diese die Erwartungen der Leser*innen nicht, springen sie ab.
  • Scanning: markante Punkte im Text haben überzeugt und nun wird etwas tiefer eingestiegen. Man liest die Absätze rund um die markanten Punkte an. Die müssen jetzt natürlich auch überzeugen.
  • Reading: Geschafft! Sie haben die Aufmerksamkeit der Person, die sich Ihre Anzeige anschaut, gewonnen. Erst in diesem Schritt wird Ihrer Mühe gehuldigt und die ganze Anzeige unter die Lupe genommen.

In diesem Zusammenhang auch nochmal der Hinweis auf Fließtext: bitte keine längeren Passagen Fließtext benutzen. Die Instagram- und Twitter-geschädigten Aufmerksamkeitsspannen der Millenials werden Ihnen danken! Bei Aufzählungen sollten Sie darauf achten, dass sie nicht zu lang sind. Es kann sonst schnell passieren, dass der Effekt von Fließtext einsetzt. Wir empfehlen maximal 5 Punkte. Dabei sollten Sie die wichtigsten Fakten an den Anfang und das Ende der Aufzählung bringen – diese werden eher gelesen als die mittig angeordneten Punkte.

 

Tipp #6: Achten Sie auf den Inhalt und vermeiden Sie Verständnisprobleme

Egal, wie schön Ihre Anzeige gestaltet ist, ob die Bildsprache jeden Menschen umhaut und Sie für Ihre Leseflussführung Preise gewinnen könnten. Am Ende entscheidet der Inhalt einer Stellenanzeige, ob eine potenzielle Bewerberin oder ein potenzieller Bewerber sich bewirbt. Wir haben in den letzten Jahren sehr viele Stellenanzeigen geschrieben, gesehen und herausgefunden, dass Bewerber*innen Fakten wollen. Um Zögern und Unsicherheit zu vermeiden, empfehlen wir daher, so präzise und verständlich wie möglich zu sein. Offene Fragen sollte es am Ende möglichst nicht mehr geben. Verständnisprobleme können vermieden werden, indem zum Beispiel keine firmeninternen Bezeichnungen und nur wenige Anglizismen verwendet werden. Eine Ausschreibung sollte sich einer entsprechend qualifizierten Person problemlos erschließen. Sie möchten auch branchenfremde Kandidat*innen oder Quereinsteiger*innen ansprechen? Dann empfehlen wir, keine branchenspezifischen Begriffe zu verwenden.

 

Tipp #7: AGG-Konformität

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, umgangssprachlich auch Antidiskriminierungsgesetz genannt, sichert die Gleichberechtigung aller Arbeitnehmenden und Auszubildenen in der Privatwirtschaft. Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)). Das gilt sowohl für den Arbeitsalltag, als auch im Bewerbungsprozess. Ihre Stellenanzeigen sollten also berücksichtigen, niemanden auszuschließen oder gar zu diskriminieren.

 

Tipp #8: Menschen lesen unterschiedlich

Schreiben Sie Ihre Stellenausschreibung eher für Personengruppen, die sich nicht von langen Textpassagen ablenken lassen? Dann ist auch ein bisschen Fließtext okay. Schreiben Sie für Berufsgruppen, die sehr fokussiert sind? Dann macht eher eine knappe Aufzählung mit den wichtigsten Fakten das Rennen. Sie rekrutieren für ein (Tech-) Unternehmen und möchten mehr Frauen einstellen? Dann machen Sie das in Ihren Stellenanzeigen klar.

Formulieren Sie die Anzeigen am besten möglichst neutral und stellen Sie unter den Anforderungen die Must-Haves und die Nice-to-Haves deutlich heraus. Gerade im Tech-Bereich werden Frauen so „erzogen“, dass sie ihre Fähigkeiten und Qualifikationen oft unterschätzen. Reichen Sie Ihnen die Hand, indem Sie in der Stellenanzeige klar machen, dass sie nicht 120% der Anforderungen erfüllen müssen (also so, wie Männer ihre Qualifikation oft einschätzen, wenn wir schon in Schubladen denken). Unabhängig vom Stellentitel empfehlen wir, auch im Text oder in den Anforderungen auf die Berufserfahrung der potenziellen Bewerber*innen einzugehen. Das gibt einen guten Anhaltspunkt, ob die Stelle auch für Berufsanfänger*innen geeignet ist und auch Bezeichnungen wie „Junior“ oder „Senior“ können in unterschiedlichen Unternehmen andere Voraussetzungen bedeuten.

 

Tipp #9: Ruhig mal mit der Konkurrenz vergleichen

Kommen wir zum absoluten Buzzword der letzten Jahre, dem War for Talents. Im War for Talents gibt es keine Freunde, nur Feinde und das sind die anderen Unternehmen, die mit Ihnen um die besten Leute kämpfen. Warum also nicht mal schauen, was sie in ihren Stellenanzeigen schreiben und die guten Dinge einfach adaptieren? Leichter geht es eigentlich kaum. Bei der Konkurrenz-Recherche kann man übrigens auch hervorragend herausfinden, wie die gängigen Stellenbezeichnungen sind (wir erinnern uns an das Sales-Unicorn), wie viel Erfahrung in der Regel gefordert wird und wie die Anzeigen optisch gestaltet sind. Man erfährt auch hie und da etwas über die Unternehmenskultur und Benefits, die gerade in Start-Ups oft angeboten werden.

 

Tipp #10: Nutzen Sie ein Stellenanzeigen-Muster, das auf den meisten Jobbörsen funktioniert

StepStone hat dem Stellenanzeigen-Chaos den Kampf angesagt und das Liquid Design eingeführt. Damit folgen alle Anzeigen, die auf StepStone veröffentlicht werden, einem ganz klaren Aufbau. Wir vermuten, dass viele der anderen Jobbörsen mitziehen.

Spätestens mit Google for Jobs, das aktuell in Deutschland getestet wird, müssen Stellenanzeigen gewisse inhaltliche Anforderungen mitbringen. Wir empfehlen, schon heute Stellenanzeigen so aufzubauen, dass sie für alle Jobbörsen passend sind. Nutzen Sie dafür einfach unseren Stellenanzeigen-Editor. Dieser ist kompatibel mit dem Liquid Design und stellt optimale Bedingungen für Google for Jobs. Aus unserem Editor heraus können Sie Ihre Stellenanzeigen übrigens ganz leicht auf Ihren Wunsch-Jobbörsen schalten.

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Ihr nächster Schritt

Starten Sie direkt durch:

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